Paprika
Your Brain on Anime
Eine Rezension von Verena
Geschrieben am 09.08.2007
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Paprika ist eine visuelle Reizüberflutung: schrill, bunt, laut und wirr! Ich muss gestehen, dass ich den Film nach diesem einen Mal sehen bei weitem nicht verstanden habe; ob ich ihn gut finde oder nicht, weiß ich auch noch nicht. Warum ich ihn dennoch in meine Rezensionen aufnehme? Ich denke, er hat das Potential ein toller Film zu sein, wenn man die Reizüberflutung erstmal verdaut hat!
Regisseur Satoshi Kon ist bekannt dafür Realität und Traum verschmelzen zu lassen bis man sie nicht mehr unterscheiden kann - das ist ihm in Paprika erstklassig gelungen! Aus genau diesem Grund jedoch ist es nicht leicht dem Film zu folgen. Einen Eindruck davon zu bekommen, wie fließend die Übergänge zwischen Traumwelt und Realität sind, reicht es schon sich die Opening Credits anzuschauen:
Paprika lässt dem Zuschauer keine Zeit langsam in die Handlung einzusteigen, man wird direkt
Welche Botschaft Satoshi Kon vermitteln will oder ob es vielleicht gar keine gibt, konnte ich an
Fazit: Wer unkonventionelle, verrückte Filme mag, der ist bei Paprika richtig. Der Film ist unterhaltsam, aber auch anstrengend und lädt zum anschließenden Gespräch ein. Trotz Verwirrung macht Paprika Spaß, denn man ist nicht gezwungen in die verworrenen Tiefen einzutauchen, man auch an der Oberfläche kratzen und das bunte Spektakel genießen - ganz nach eigenem Belieben.
4 Kommentare
Die Grundidee klingt toll! Ich glaube aber, daß der Film mit seinen scheinbar unklaren Grenzen im asiatischen Raum durchaus besser ankommt, als in Europa. Für Europäer muss es halt doch immer Sinn machen und alles ganz klar sein - bevor hier jmd. eine Traumsequenz zeigen darf, muss der Character erstmal nachts im Bett liegen und dann einschlafen... oder ohnmächtig geschlagen werden... jedenfalls ist ein solch flüssiger Übergang zwischen Filmrealität und Filmfantasie schwere Kost für OttoNormal-Zuschauer. Wer Anime liebt, scheint hier aber voll auf seine Kosten zu kommen!
Die Anspielungen klingen ebenfalls super! Selbst wenn sie nicht zur Story beitragen und nur kurz für sich alleine stehen, bevor die Story weiter rast, mag ich diese kurze Art von Seitenblicken. Ist ja fast Haiku-ähnlich!
Man sollte wirklich Animes mögen - oder eben zumindest mit wirren Taum-/Realitätsszenen auf skurrilstem Level zurechtkommen können. Aber selbst Fans des Genres kann der Film erschlagen - habe Leute gehört, die sich gefragt haben ob der Film nun brilliant und genial ist oder einfach nur wirres Zeug, das gar keinen tieferen Sinn hat. Man weiß es eben nicht, was sich der Erfinder dabei gedacht hat :). Einige haben Metaphern für die Beziehungen zu den USA entdeckt... ich bin mir da nicht schlüssig - der Film war zu viel um sich über soetwas nach einem Mal ansehen Gedanken zu machen :).





