HISS - Herz und Verrat
Vom Bass zur Polka und wieder nach Hause
Eine Rezension von Max
Geschrieben am 18.08.2008
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Wie der Titel bereits andeutet begegnete mir Hiss auf Umwegen. Der Bassist der Fünf spielt einen Bass aus der Schmiede zu der ich meine vierseitigen Schätzchen (if need be) in Reparatur gebe. Von deren Homepage verlinkt man auf www.hiss.net und dort gibt es kleine Horpröbchen.Danach war ich sofort begeistert: trotz Polka, Quetschkommode und deutschen Texten.
Ein ganz spezieller Sound, der von Akkordeon und Mundharmonika geprägt und von E-Gitarre, Bass und Schlagzeug getragen wird, zeichnet den Fünfer um Frontmann Stefan Hiss aus. Es wird flott aufgespielt und Herr Hiss dudelt auf dem Akkordeon eingängige, rhythmisch-swingende Melodien auf, die Strophen und Refrains hübsch einrahmen. Unterstützt wird er dabei von Michael Roth an der Mundharmonika. Das klingt eigentlich nach einer Mischung aus der Goldenen Hitparade der Volksmusik ganz nach Oma Ilses Geschmack. Zum Glück gibt es aber noch die Gitarre und das Schlagzeug und den Bass, die dem ganzen einen rockigen Touch geben. Außerdem die nicht immer ganz jugendreien Texte des Herrn Hiss, die von ekelhaftem Herz-Schmerz-Gekitsche gott-sei-dank meilenweit entfernt sind.
Dementsprechend dringt gut gespielte und interessante Musik in die Hörgänge ein.
"Tanz" ist ein richtig schmissiger Opener, gefolgt von "Schlecht", das noch ein wenig schneller ist. Dafür kommt danach mit "Mein Herz" ein langsamer Walzer mit viel Gefühl. Anschließend der einzige Ausfall des Albums, "Geld wie Stroh". "Komm, tanz mit mir" und "Das Fest" sind wieder schneller und "Endlich allein" wiederum ein Liebesliedwalzer (mit Pointe). Dabei übernimmt die Gitarre den wichtigsten Part was dafür sorgt, dass man des gewöhnungsbedürftigen Akkordeons nicht allzu schnell übertrüssig wird. Die "Schwindelmarie" ist dafür wieder im schnellen Polka-Stil um sich mit "Ich trinke", welches (abgesehen vom deutschen Text) ziemlich nach Paris und Montmartre klingt, zu kontrastieren.
So geht es auch weiter bis hin zum Ende des Albums. Um HISS kennen zu lernen muss man Herz und Verstand weit öffnen und sich von Vorurteilen frei machen. Und zudem muss man sich Zeit nehmen. Diverse Versuche meinerseits HISS durch das zufällige Anspielen auf Partys bekannt zu machen scheiterten allesamt. HISS im Hintergrund hören ist eben nicht einfach, weil dann die schnell nervenden Akkordeon und Mundharmonika die subtileren aber einzigartigen Elemente der Musik übertönen.
Die charakteristische Stimme von Stefan Hiss, die gut gespielte Gitarre und die flotten Rhythmen sind entscheidend für den Gesamteindruck.
Herz und Verrat ist übrigens das älteste Album der Truppe. Da es aber immer noch frisch klingt und den Klang von Hiss gut repräsentiert habe ich mich entschlossen es hier stellvertretend zu rezensieren.
Nehmt Euch die Zeit und hört hier (Hiss Homepage) oder hier (Youtube) mal rein. Am besten ohne abgelenkt zu sein. Danach könnt Ihr Euch in die Reihe der Liebhaber oder der Nicht-Versteher einreihen.
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