Confession of Pain

The Heart Is A Lonely Hunter

Eine Rezension von Verena

Geschrieben am 11.08.2007

Rating:

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  • 5
 

PosterWas ich genau von dem Film halte, kristallisiert sich gerade erst so langsam heraus; es ist kein schlechter Film, aber ich denke ich kann ihn auch nicht zu den großen Glanzlichtern des Filmfestes 2007 zählen. Eigentlich weiß ich gar nicht recht wie ich anfangen soll über diesen Film zu schreiben… also beginne ich einfach mal mit der Story!

Eigentlich erzählt Confession of Pain zwei Storylines, die miteinander verwoben sind. Einerseits geht es um den Mord am Vater der Frau eines Cops namens Hei und andererseits um die Psyche seines Ex-Kollegen Bong, dessen Welt zusammengebrochen ist als seine Frau sich das Leben genommen hat. Für einen Crime-Thriller ungewöhnlich ist, dass man den Mörder gleich präsentiert bekommt und die Spannung für den Zuschauer sich daher nicht aus der Auflösung des Falls ergibt sondern daraus, die Hintergründe verstehen zu wollen. Diese stellen sich als sich als ein groß angelegter Racheplan heraus, mehr kann man nicht erzählen ohne die Spannung zu nehmen. Das frühe Verraten des Mörders ist bei diesem Film aber sogar notwendig, da die Seele und die Gründe des Mörders sich dem Zuschauer während des Films eröffnen sollen, wüsste man nicht, wer den Mord begangen hat, wäre das nicht möglich.

When I was a Cop I thought I could change the world. Now I know that it’s the world that changes me!

Die Aufklärung des gesamten Falls läuft vor dem Hintergrund der Entwicklung von Bong ab. Er wurde zum Alkoholiker, weil seine Frau sich umgebracht hat und er war Jahre lang davon besessen, herauszufinden warum sie Selbstmord begangen hat. Während er für die Frau seines Freundes den Mordfall an ihrem Vater untersucht, entdeckt er nicht nur die Gründe für die Tat sondern findet auch den Weg zu sich selbst wieder.

Manchmal hat der Film Längen, man sollte also Geduld mitbringen; ob die sich dann lohnt muss jeder für sich entscheiden. Auch auf dem Filmfest hörte man sehr unterschiedliche Meinungen zu diesem Film, es scheint als schieden sich hier die Geister. Für mich hat sich der Kinobesuch gelohnt, obwohl der Film leider streckenweise Längen aufweist, die dem Zuschauer Geduld abverlangen. Andererseits, wenn man bereit ist, sich auf die Charaktere und ihre Geschichte einzulassen, ist es durchaus auch ein bewegender Film, der zeigt, dass Rache zu nichts führt, sei sie noch so gut geplant. Die zu Grunde liegende Geschichte für den Racheplot ist schlüssig und wie oft in Asia-Rache-Filmen sehr melodramatisch - mag sein, dass man den Mörder versteht oder gar Sympathien für ihn entwickelt. Das Ende ist wenig überraschend, meiner Meinung nach eher typisch für asiatische, melancholische Crime Thriller dieser Art. Einerseits schade, dass man als Genrefan nicht wirklich überrascht wird, andererseits ist es eben irgendwie, das was man erwartet und daher auch nicht unzufriedenstellend; das Sitzfleisch wird gebührend belohnt für das lange Warten ;).

Die narrativen Schwächen und Langatmigkeit macht Confession of Pain wett durch sehr schön inszenierte Bilder. Aufnahmen, die wie eine Komposition wirken; Bilder sprechen in diesem Film ihre eigene Sprache. Die melancholische Stimmung wird sehr gut in eingefangen und auf das (dazu willige) Publikum übertragen, wer sich auf die Charaktere einlässt, kann mit ihnen fühlen.

Für einen Asia Film nicht allzu originell (eher das, was man glaube ich, von einem Blockbuster auf dem asiatischen Markt erwarten würde), aber solide!

Wer einen schnellen, actiongeladenen Cop-Thriller sucht, ist hier falsch. Confession of Pain ist ein vorwiegend sehr ruhiger Film (die Ruhe wird nur von einigen wenigen aber recht brutalen Gewaltszenen unterbrochen). Man sollte nicht auf der Suche sein nach einem klassischen Mord-Aufklärungs-Plot, denn der wird einem hier nicht präsentiert. Stattdessen gibt es Einblicke in die Seele der beiden Protagonisten und einen eher klassisch angelegten Racheplot. Eher ein Film für den ruhigen Abend daheim auf dem Sofa (da hat’s das Sitzfleisch auch bequemer ;) ). Und wie eigentlich immer bei den Focus Asia Filmen gilt: man muss sich drauf einlassen wollen und können - Asiakino, egal ob Japan, Korea, Hong Kong oder China, ist einfach anders als das was der Europäer so gewohnt ist (was ich persönlich sehr an diesen Filmen schätze).

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