I’m a Cyborg But That’s Ok
Liebe ist, den Anderen so zu akzeptieren wie er ist.
Eine Rezension von Verena
Geschrieben am 10.08.2007
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Mit diesem Satz hat Park Chan-wook auf der Berlinale 2007 seinen Film I’m a Cyborg But That’s OK kommentiert. Kennt man den Regisseur nur von seiner Rache Trilogie (Mr. Vengeance, Oldboy, Lady Vengeance) her, wird man vielleicht von diesem Film überrascht sein: I’m a Cyborg ist ein wahnsinniges, surrealistisches Märchen, das eine der verrücktesten Liebesgeschichten der Filmgeschichte erzählt. Park Chan-wook zeigt sich mal von einer anderen Seite als man ihn kennt; wer also einen Film im Stil seiner Vengeance-Trilogie erwartet, setzt entweder seine Erwartungen auf Null oder vergisst den Film gleich und liest lieber die nächste Rezension ;).
Der Anfang des Films ist einfach eine Präsentation von Wahnsinn! Die Protagonistin Young-goon (Lim Soo-jung) glaubt ein Cyborg zu sein und wird deswegen von ihrer Famlie in die Psychatrie eingeliefert. Dort angekommen freundet sie sich mit ihrem Nachtlicht und dem Getränkeautomaten an, die sie aber nur verstehen können, wenn sie das Gebiss ihrer Großmutter (die ihrerseit glaubt eine Maus zu sein) trägt. Young-goon verweigert jede Nahrungsaufnahme und hält beim Mittagessen lieber die Zunge an eine Batterie. Damit der Nahrungsverzicht den Ärzten
Ein Insasse, Il-soon (Jung Ji-hoon, in Asien besser bekannt als Pop-Sänger Rain), der sich selbst als Meisterdieb sieht, der sogar Fähigkeiten stehlen kann, verliebt sich in Young-goon. Als er erfährt, dass sie sterben wird, wenn sie nicht bald isst, schmiedet er einen Plan sie zu retten! Dabei trifft man auf eine wunderschöne und süße Liebesszene, die Young-soon das Leben retten wird. Alleine schon wegen dieser kleinen wunderschön gefühlvollen Szene hat sich der Film für mich schon gelohnt!
Hier und da versteckt sich auch gesellschaftliche Kritik in diesem bunten, wirren Film. Il-soon hat Angst eines Tages in einem Punkt zu verschwinden. Man könnte dafür ein Bild für das verschwinden in der breiten Masse sehen, also versteckt er sich hinter bizarren Masken und erregt Aufmerksamkeit damit, dass er anderen Insassen ihre Verrücktheiten stiehlt (sie quasi sogar heilt, aber die Insassen sind davon nicht erfreut!). Die übrigen Patienten scheinen durch Druck und Versagensängste in ihre jetzige Lage gekommen zu sein, wenn man sie sich einmal näher anschaut. Aber genau wie Il-soon wird dieser Film nicht in der Masse verschwinden; erneut ein Highlight des Filmfests 2007!
Ein Film über das Leben, ein Film über die Suche nach dem Sinn des Lebens, ein Film über die Liebe, über Realität und Wahn… man muss sich nur darauf einlassen wollen! I’m a Cyborg wird
Wer bereit ist für eine romantische Geschichte, die weit ab von Pretty Woman und Co. liegt, sollte sich I’m a Cyborg unbedingt anschauen, es gibt nur wenige Liebesszenen, die mich so berühren konnten wie die Szene im Heizungskeller (ihr werdet sehen was ich meine…)!
PS: Wer gern mal Japaner jodeln (!) hören möchte, muss hier auch unbedingt hineinschauen! Heidi goes mad ;).
2 Kommentare
Jodelnde Japaner? Jetzt hast Du mich! Nur'n Scherz, wollte vorher auch schon gucken! Ich mag Liebesgeschichten abseits von Hollywood... Bin mal gespannt.
Hoi, wann guck ich denn nur all die Filme, auf die Du mir Lust machst... ?
Mal sehen ob ich noch mehr Sahnestücke wie Fido und den Cyborg auftreiben kann :).
Abraten kann ich bisher von "The Ferryman" (NZ/GB Produktion) - über den weigere ich mich schlichtweg zu schreiben, so übel war der!
Da wirst du dann wohl einiges an Zeit brauchen, wenn du die alle anschauen magst *g*. Aber Tobias wohnt ja grad eh mehr in der Bibliothek ;)





