Shadowboxer
Feeling Protected Is Very Seductive
Eine Rezension von Verena
Geschrieben am 19.08.2007
Rating:
Regisseur Lee Daniels hat sich etwas ganz besonderes einfallen lassen: Shadowboxer dreht sich um Auftragskiller mit Gefühl und wartet mit einer auffallend guten Besetzung auf: Cuba Gooding Jr. Neben Helen Mirren und Stephen Dorff sind wohl die größten Namen des Casts, aber mit Joseph Gordon-Levitt ist auch ein bekanntes Gesicht vom Filmfest 2006 dabei (wer sich nicht erinnert: er spielte den Brendan in Brick). Wer also schon immer Helen Mirren als Auftragskillerin in Lack und Leder sehen wollte, ist hier richtig!
Rose (H. Mirren) ist eine krebskranke Auftragsmörderin, die ihre Morde mit ihrem Partner Mikey (C. Gooding Jr.) durchzieht. Auf Grund ihrer schweren Krankheit entdeckt sei ihr Gewissen und so kommt es, dass sie bei ihrem letzten Auftrag weich wird: statt das schwangere Opfer zu erschießen, leistet sie Geburtshilfe und versteckt Frau und Kind. Mikey ist zunächst nicht begeistert, kann Rose jedoch nichts abschlagen. Die vier werden zu einer skurrilen Familie in der Mikey mit weiteren Morden für den Lebensunterhalt sorgt.
Kerninhalt des Films könnte man herunter brechen auf des Satz: "Wie der Vater so der Sohn",
Fazit: Shadowboxer kann nicht mit Brick von letztem Jahr mithalten, ist aber entschieden einer der Top-Filme des FFF 2007.
1 Kommentare
Habe den Film nun auf deine Empfehlung hin gesehen. Ein wirklich sehr eigener Streifen! Der Film mixt Storyelemente griechischer Sagen mit Eastern-Elementen (die farbeinheitlichen Szenen!) und hält auch sonst eine ganze Menge aussagekräftiger Bilder bereit (SPOILERWARNUNG: Z.B. die Szene, in der Mikey Rose beerdigt und nackt aus ihrem Grab klettert!). Bildgewaltig in ruhiger Form ist der Film!
Auch die Hirnschmalzfreunde kommen nicht zu kurz: Immer wieder wird individuelles Schicksal mit Vorherbestimmung konfrontiert. Der ganze Film zeigt eine Ausweglosigkeit - Es ist den Charakteren allesamt unmöglich, anders zu handeln als es vorherbestimmt ist. Selbst kleine Details wie der immer wiederkehrende Zug, in den Mikey einsteigt sind Symbole für diese Straße des Lebens, die alle Charactere ergeben begehen.
Diese Tiefe in Story, Hintergründen und den Charakteren wird jedoch überall nur sporadisch angeschnitten. Der Film macht sich nicht die Mühe, einen einzigen der hoch komplexen philosophischen Gedanken zu Ende zu führen (wie z.B. Magnolia das tut!). Auch die Motivation der einzelnen Personen bleibt weite Strecken undurchsichtig: Mikey läuft über die Hälfte des Films mit verzogener Miene durch den Film, weil ihm offensichtlich die ganze Situation mit junger Mutter + Baby nicht gefällt. Doch dort muss noch mehr sein - wie man später (letzte Erotikszene mit Rose!) eindeutig erkennt. In ihm geht offenbar noch sehr viel mehr vor - Doch was, das können wir nur erahnen, da der Film sich nicht die Arbeit macht, einen der komplex angelegten Charaktere für uns offen zu legen. Auch Mikeys Handeln in den Jahren nach Rose bleibt unerklärt - Erst seine Trauerszene mit der jungen Mutter (nachdem er den Familienvater ermordet hat) spendet ein wenig Licht darauf, warum er seit Jahren bei den Beiden bleibt.
Alles in allem ein wirklich außergewöhnlicher Film - Aber eher von der Sorte, die den Zuschauer fragend zurücklässt anstatt alles aufzuklären & abzuschließen. Wer also auf einen relaxten Abend aus ist, sollte sich etwas anderes auf die Mattscheibe zaubern.





