Die Geschichte vom weinenden Kamel
Hirtenleben in der Mongolei
Eine Rezension von Max
Geschrieben am 19.12.2007
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Auch der Fokus hat mittlerweile eine Reihe von DVDs rausgebracht, wie das jede Zeitschrift, die Die Nummer 32 der Reihe ist nun besagte "Geschichte vom weinenden Kamel", ein Dokumentarfilm aus der Mongolei. Dabei begleiten die Filmemacher eine Großfamilie, die in drei Jurten in der rauhen und entbehrungsreichen Wirklichkeit (kein Strom, kein fließend Wasser) der Wüste Gobi lebt.
Die Lebensgrundlage dieser 8 Menschen sind ihre Tiere: Schafe und Kamele. Es ist gerade Frühjahr geworden und die Kamelstuten bekommen ihre Kälber. Eine Geburt ist besonders schwer und die Stute verstößt daraufhin ihr (weisses; siehe Filmplakat) Kalb - sie lässt es nicht säugen. Dies würde einen entsetzlichen Verlust für die Familie bedeuten und daher setzen sie alles daran, die Kameldame dazu zu bewegen, ihr Kind doch anzunehmen - leider vergeblich. Also muss eine traditionelle Zeremonie durchgeführt werden.
Die beiden Söhne der Familie werden nun in die nächst größere Stadt ausgeschickt um einen Pferdekopfgeigenspieler zu engagieren, da Musik für die Zeremonie sehr wichtig ist. Wenn es nämlich gelingt, durch Gesang und Musik das Kamel zum weinen zu bringen, so wird sie ihr Kalb wieder aufnehmen. (Ob das was mit dem Titel zu tun hat?)
Die beiden Jungen kehren also mit dem Musiker wieder zurück und die Zeremonie beginnt. Das der Film ein gutes Ende nimmt, kann, denke ich, als Information so stehen bleiben.
Der Plot ist nun tatsächlich eher unspektakulär und lässt sich (siehe oben) in kurzer Zeit erzählen. In diesem Film geht es aber nicht um den Plot sondern um die Mongolei, das Leben in der Wüste, das Leben von und mit Tierherden und vieles mehr. Man verliert nicht viele Worte, die Bilder und die Musik sprechen für sich. In der Jurtensiedlung der Familie sind beide sehr ruhig, man lässt sich Zeit. Wenn der Nachwuchs jedoch ins Dorf kommt, dann wird es hektisch und man merkt, dass der "Trubel" in dem kleinen Marktflecken für die beiden Landeier schon fast bedrohlich wirkt, wohingegen uns als westlichen Zuschauern auch das Dorf schon als Ende der Welt erscheint.
Wie schon gesagt, dieser Film lebt von seinen Bildern und der Stimmung, die er einfängt. Das klägliche Blöken des verlassenen Kälbchens und seine vergeblichen Versuche, sich der Mutter anzunähern, rühren zu Tränen. Die Darstellung des einfachen, kärglichen Lebens der Familie stimmt nachdenklich und gewährt einen Einblick in mongolisches Alltagsleben. Und die Durchführung der Zeremonie zur Wiederherstellung der Harmonie zwischen Kamelstute und Kalb führt in die spirituelle Welt der Mongolen ein.
Dieser Film ist bestens geeignet für einen ruhigen Abend zu Hause. Kein Stress, keine Hektik, keine Spannung, dafür Tonnenweise Weisheit, Ruhe und Gefühl.
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